Rosen schneiden: So regen Sie das Blütenwachstum an

imposanter Rosenbusch

Nicht nur Bienchen und Hummeln fliegen auf die beliebteste aller Gartenblumen. Wenn im Sommer die Rosenblüte in vollem Gange ist, können auch wir Gartenfans gar nicht genug bekommen vom köstlichen Duft der Rosen in unseren Gärten. Ob Edel-, Strauch- oder Kletterrosen: Wir lieben sie alle! Damit wir möglichst lange Freude an ihnen haben, sollten Rosenregelmäßig geschnitten werden. Ein Schnitt sorgt dafür, dass die Pflanze nicht vergreist oder verwildert, was sie wiederum anfälliger für Pilzkrankheiten und andere Schädlinge machen könnte. Außerdem blühen verwilderte und vergreiste Rosen wenig bis gar nicht mehr. Wer Rosen regelmäßig mit einem fachkundigen Schnitt verjüngt, hat nicht nur länger was von ihnen, sondern sorgt so auch für einen ausgiebigen und kräftigen Blütenflor. Damit auch Ihre Rosen weiterhin stark und gesund in der Blüte stehen, kommen hier unsere Tipps zum Thema Rosenschnitt.


Ein gezielter Rosenschnitt ist der Schlüssel zu kräftigen Pflanzen und einer besonders üppigen Blüte im Sommer.


Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt?

Starten wir also direkt rein mit einer der wichtigsten Fragen: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Rosen zu schneiden? Das Frühjahr und der Herbst bieten sich hierzulande für einen Schnitt der Rosen am besten an. Allerdings kommt es beim Thema Rosenschnitt ganz auf die jeweilige Art der Rosean. Einmal blühende Rosen wie Wild- und Ramblerrosen sind vom Frühjahrsschnitt ausgenommen, da sie direkt nach der Blüte im Sommer geschnitten werden. Für alle mehrmals im Jahr blühenden Rosen bietet sich ein Rückschnitt im Frühjahr an. Noch bis vor einigen Jahren konnte man sich für den Schnitt im Frühjahr folgende Eselsbrücke merken: Wenn die Forsythien blühen, dann ist die Zeit für den Rosenrückschnitt gekommen. Da das Klima bei uns aber immer wärmer wird und die Forsythien in manchen Gegenden mitunter sogar schon im Februar austreiben, ist diese “Regel” leider nicht mehr aktuell. Besser: Sie warten mit dem Schnitt der Rosen bis Mitte März oder sogar bis in den April hinein, damit Frostschäden an den frisch geschnittenen Rosen vermieden werden. Kommen wir zur nächsten Frage: Sollte man im Sommer verblühte Rosen abschneiden? Hier lautet die Antwort ganz klar: Ja, unbedingt! Um die Bildung neuer Blüten von mehrmals blühenden Rosen anzuregen, sollten Sie nach der ersten Blüte im Juni/Juli alles Verblühte herausnehmen und ggf. einen leichten Rückschnitt vornehmen. Je nach Sorte können Sie so nach jeder neuen Blüte bis ca. September verfahren. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie die Anregung der Blütenbildung dann einstellen, damit die Rose ihre Ressourcen für die bevorstehenden Wintermonate bündeln kann. Ein weiterer Rückschnitt im Herbst ist nur dann sinnvoll, wenn die Beete aufgrund von zu starkem Wachstum zu unübersichtlich geworden sind. Hier können Sie dann wuchernde oder quer wachsende Äste und Triebe herausnehmen, um besser an die Rosen zu gelangen.

Der Rosenschnitt richtet sich vor allem nach der Blühhäufigkeit und Wuchsform der Pflanze. Mehrmals blühende Rosen werden im Frühjahr und nach der Blüte geschnitten, während einmal blühende Sorten überwiegend nach der Blüte im Sommer gepflegt werden. Entscheidend ist, dass der Schnitt die Pflanze stärkt und die Bildung neuer Triebe unterstützt.

Rosen schneiden im Frühjahr: Frühestens ab Ende März, wenn kein starker Nachtfrost mehr droht

Rosen schneiden im Sommer: Nach der Hauptblüte im Juni/Juli und jeder weiteren Blüte bis in den September hinein

Rosen schneiden im Herbst: Nur nötig für den Formschnitt oder ggf. einen besseren Zugang für den Winterschutz

So schneiden Sie Rosen richtig

Für alle Rosen, die im Frühjahr geschnitten werden, gilt:

Für den Rosenschnitt oder Rosenrückschnitt benötigen Sie sauberes und scharfes Werkzeug. Beim Sommerschnitt, wenn nur vereinzelt Blüten und kleinere Triebe gestutzt werden, eignet sich eine kleine Rosenschere besonders gut. Wenn im Frühjahr ein größerer Rückschnitt ansteht, bedarf es womöglich einer kräftigeren Garten- oder sogar Astschere. Achten Sie dabei auf eine leicht schräge und möglichst kleine Schnittfläche.

Im Frühjahr sollten die starken Nachtfröste bereits vorbei sein. Sie sollten bei möglichst trockenem Wetter schneiden und im ersten Schritt alle Blätter und das Laub, sowie alle kranken, vertrockneten und abgestorbenen Äste und Triebe entfernen. Rosentriebe, die den Winter über Frostschäden erlitten haben, erkennen Sie am braunen Mark im Inneren und daran, dass sie sich weicher anfühlen als die gesunden Triebe. Auch die hellen, seitlichen Wildtriebe der Rose sollten im Frühjahr entfernt werden.

Rosenbogen und Laubengang

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Schnitttechniken für verschiedene Rosenarten

Im Folgenden haben wir die Schnitttechniken für die gängigsten Gartenrosen für Sie zusammengestellt:

1.

Öfter blühende Edel- und Beetrosen:

Alle öfter blühenden Edelrosen sowie Beetrosen können im Frühjahr auf etwa 2-6 Augen zurückgeschnitten werden. Bei schwächelnden Rosen können Sie zur Verjüngung der Pflanze einen der Leittriebe nah am Boden zurückschneiden. Dieses Vorgehen unterstützt den Neuaustrieb der Rose.

2.

Öfter blühende Hochstammrosen und Kleinstrauch- bzw. Bodendecker-Rosen:

Hochstamm- und Kleinstrauchrosen, die mehrmals im Jahr blühen, werden ebenso geschnitten, wie Edel- und Beetrosen. Hier werden im Frühjahr alle Triebe kräftig eingekürzt.

3.

Öfter blühende und einmal blühende Strauchrosen:

Stark wachsende Strauchrosen, die mehrmals im Jahr blühen, werden nach Bedarf ausgelichtet, indem vereinzelte Seitentriebe auf ca. 2-4 Augen zurückgeschnitten werden und die Haupttriebe in der Mitte um etwa ein Drittel, sowie die seitlichen Haupttriebe mindestens um die Hälfte, gekürzt werden. Bei Strauchrosen sollten am Ende des Rückschnittes mindestens 3-5 Haupttriebe stehen bleiben und auch die typische Strauchform erkennbar bleiben. Da die einmal blühenden Strauchrosen am vorjährigen Holz blühen, verzichtet man bei ihnen auf den Rückschnitt im Frühjahr. Hier können bei Bedarf lediglich totes Holz oder kranke Triebe entfernt werden.

4.

Öfter blühende Kletter- und Ramblerrosen:

Alle Rosen, die an Bäumen oder Rosenbögen wachsen und dabei mehrmals im Jahr blühen, werden im Frühjahr leicht gestutzt. Dazu werden alle langen und zu den Seiten wachsenden Triebe aus dem Vorjahr zurückgeschnitten und die Rose so wieder in Form gebracht. So bleibt diese stark wachsende Rosenart kompakt. Wie bereits erwähnt, kommen einmal blühende Kletter- und Ramblerrosen meist ohne einen Schnitt im Frühjahr aus.

5.

Wildrosen

Wildrosen blühen ausschließlich am einjährigen Holz, weshalb sie nur bei Bedarf ausgelichtet werden. Alle 3-5 Jahre können aber auch Wildrosen einen Rückschnitt vertragen. Dabei wird die Rose in der Gänze etwas ausgelichtet und die ältesten Triebe direkt an der Basis entfernt.

Mit dem richtigen Schnitt zu einer reichen Rosenblüte

Wie Sie sehen, kommt es beim Rückschnitt im Frühjahr ganz auf die jeweilige Sorte der Rose an. Im Sommer können die mehrmals blühenden Rosen nach der Blüte entfernt werden, um so das erneute Blütenwachstum anzuregen. Hier schneiden Sie mit einer Garten- oder Rosenschere sowohl die alten Blüten, sowie die ersten beiden voll ausgebildeten Laubblättermit ab. In der Regel bilden sich dann innerhalb der nächsten3-6 Wochen neue Blüten aus und die Rose strahlt wieder in voller Blütenpracht.

Auch wenn die Pflege von Rosen auf den ersten Blick ein wenig kompliziert klingen mag, so ist das Ganze im Grunde genommen gar kein Hexenwerk. Mit dem Wissen über die jeweilige Art der Rose, und mithilfe unserer Rosen-Rückschnitt-Tipps, steht einer reichen Rosenblüte nichts mehr im Wege.

Rosen schneiden